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DER UNTERSCHIED ZWISCHEN 'RECHT HABEN’ UND 'RECHT BEKOMMEN’

Durch Gründung und sechsfache Alleinorganisation des Sport- & Campusfestivals in Leipzig haben wir eines der größten Festival-Projekte Mitteldeutschlands initiiert. Dieses Engagement war den am Gelingen der Veranstaltung beteiligten Partnern und Gästen -egal ob Student oder Nichtstudent- gewidmet, keinesfalls jedoch dem StudentenRat (StuRa) oder dem Verwaltungsapparat der Universität Leipzig, welche im Nachhinein unsere Leistungen für sich vereinnahmen.
Seitens dieser Einrichtungen wurde unserem Schaffen weder der angemessene Respekt entgegengebracht, noch war von deren Seite eine entsprechend positive Lobby zu verzeichnen. Zudem entstand durch den Veranstaltungsort (Campus Jahnallee Leipzig = von der Uni verwaltetes Gelände) und die verhängnisvolle Einräumung von Präsentationsmöglichkeiten für universitäre Einrichtungen (StuRa, Zentrum für Hochschulsport usw.) nach außen hin der Eindruck, es handle sich um eine von der Universität getragene Veranstaltung. Es war jedoch so, dass die Unileitung das zuletzt finanziell völlig unabhängige Projekt der SCF gGmbH nach eigener Aussage nur duldete.
Diese Konstellation machten sich einige Vertreter des StuRa zu nutze, den gemeinsam ausgehandelten und vom Plenum des StuRa mit großer Mehrheit verabschiedeten 3-jährigen Kooperationsvertrag eigenmächtig zu kündigen und sich das Projekt im gleichen Zuge selbst anzueignen. Um diesen Affront zu rechtfertigen wurde in der Folge eine regelrechte Verunglimpfungskampagne gestartet: ‘Kommerzialisierung’, ‘Bereicherung’ und ‘Wucher’ lauteten Vokabeln derer, die trotz weiter gewachsener Teilnehmerzahlen heute einen durchschnittlich kaum geringeren Festival-Eintritt kassieren, zudem zusätzliche studentische Zwangsbeiträge bzw. öffentliche Gelder verplanen und sich nicht zuletzt selbst ‘Aufwandsentschädigungen’ für die Weiterführung eines Projektes auszahlen, welches wir in langjähriger ehrenamtlicher Arbeit aufgebaut haben.

Dass es sich bei dem Verhalten der StuRa-Verantwortlichen bei unserer 'Abdrängung’ im Jahr 2004 um eine intrigante Verleumdung handelte, beweist u.a. die Entwicklung der Gastronomie bei den StuRa-Festivals 2005 und 2006.
Nach unserem Festival 2004 wurde mittels der Gastro-Vergabe an einen uns nahe stehenden Gastronomie-Partner (unsere Vergabefreiheit wurde vorher vertraglich vereinbart) in StuRa- und Fachschaftskreisen massiv Stimmung gegen uns geschürt (3 Beschwerden im Forum wurden dafür ebenfalls weidlich ausgenutzt).
Vorgehalten wurden uns u.a. die Preise für Wein bzw. ein großes Bier in Höhe von durchschnittlich € 1,75 (!!!).
Heute nimmt die Moritzbastei, welche über personelle Überschneidungen/Seilschaften mit dem StuRa bzw. dem Veranstaltungs-Komitee zur mittlerweile lukrativen Gastronomie unseres Projektes kam 'wie die Jungfrau zum Kinde’ für Bier und Wein € 2,-.
Auch ein neu eingeführtes 'Abzocke-Pfandsystem’ zeigt, dass die uns vorgeworfene Kommerzialisierung unseres Festivals nur als Vorwand diente, sich selbst in Position zu bringen – auch um die Früchte fremder Arbeit zu ernten.

Letztendlich blieb uns nur der Weg der Klage, welche aus formaljuristischen Gründen leider nicht gegen die eigentlich verantwortlichen Personen des StuRa, sondern gegen die Studentenschaft erhoben werden mußte. Im darauf folgenden Verfahren ging es darum, ob die Kündigung des Kooperationsvertrages, welcher uns das für die Durchführung des Festivals notwendige Campusgelände sichern sollte, rechtmäßig erfolgte. Aufgrund von Lücken und fehlerhaften Formulierungen im Vertrag nahmen die Gerichte hier Interpretationen vor, welche in merkwürdig parteiischer Weise der gemeinsamen Argumentation von StuRa und Universitätsleitung folgten. Diese hatten behauptet, der Kooperationsvertrag sei nichtig, da der Campus Jahnallee nicht zur Verfügung gestellt werden könne, wenn die SCF gGmbH Ausrichter sei (die Unileitung hatte zuvor übrigens die Ausrichterschaft durch die SCF gGmbH selbst vorgeschlagen). Weil wir jedoch u.a. anhand von Protokollen und e-mails die wahren Abdrängungs-Gründe (Eigeninteresse, Sozialneid, politische & persönliche Befindlichkeiten) nachweisen konnten, sind wir trotz einer formaljuristischen Niederlage die moralischen Sieger der Auseinandersetzung.

Dies umso mehr, da wir mit dem Projekt Sport- & Campusfestival unserer Auffassung einer vielfältigen, integrativen, offenen und fremdentoleranten Gesellschaft ein Stück weit Ausdruck verliehen haben und das dazu krass im Widerspruch stehende, streng doktrinäre, monopolistische Verhalten der Universitätsbürokratie (Motto: ‘Das Tor der Universität soll nicht für Dritte geöffnet werden’) deren eigene Überholtheit veranschaulicht.

Auch spiegelt sich an unserem Beispiel ein problematischer gesellschaftlicher Dissens unserer Zeit wider: Die öffentliche Hand legt ungewünschten -weil selbstbewußten- Existenzgründern Steine in den Weg. Es ist hier seitens fest im Sessel sitzender Verwaltungsangestellter sowie seitens auf Gruppenmacht basierender, in diesem Fall willkürlich handelnder Gremien nicht gewollt, dass sich Menschen in diesem Lande unabhängig machen und durch ihren Erfolg die Daseinsberechtigung so manch unbeweglicher Struktur in Frage stellen könnten.





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